Montag, 5. März 2012

Der Rotmilan, bedrohte Art in Rheinland-Pfalz

Aufruf!
Beteiligen Sie sich bei der Aktion „Wo ist Milan?“ zur Suche nach dem Rotmilan!

Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz sucht abermals nach einer bedrohten Art in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit sieben rheinland-pfälzischen Verbänden und weiteren Unterstützern sollen Sichtungen und Fotos des Rotmilans über den Artenfinder gemeldet werden.
Deutschland trägt für den Erhalt des Rotmilans weltweit die größte Verantwortung. Rheinland-Pfalz liegt dicht am Kerngebiet seiner Verbreitung. Seit den 1990er Jahren werden Bestandsabnahmen von über 30 % in Deutschland verzeichnet. Nur wenn mehr über die Verbreitung dieser Art bekannt ist, können Schutzmaßnahmen abgeleitet werden. Derzeit wird der Flyer zur Aktion verteilt.

Jeder kann den Rotmilan am gegabelten Schwanz erkennen. Weitere Informationen wie Sie am Besten die Rotmilane melden, welche Verwechslungsarten es gibt und wo Sie den Rotmilan sehen können, erhalten Sie auf www.woistmilan.de.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Stellungnahme des ÖJV RLP zu Durchführungsbestimmungen des Landesjagdgesetzes

Die Ergänzung der Landesjagdverordnung (LJVO) steht bevor. Und wir haben unsere Positionen dargestellt und begründet.

Zum Beispiel zur: Verordnung über die Jagdzeiten bzw. Landesverordnung über die Änderung der Jagdzeiten und über die Erklärung zum jagdbaren Wild:

Der ÖJV Rheinland Pfalz ist der Ansicht: Die Jagdzeiten für das Schalenwild sind so zu regeln, dass in möglichst kurzer Zeit im Jagdjahr die Abschüsse erfüllt werden können. Der Jagddruck ist durch effektive Bejagungsintervalle und Synchronisation der Jagdzeiten zu minimieren.

Rot-, Dam-, Muffel und Rehwild 
1. Intervall: 15.04. bis 15.6. für einjährige Stücke bzw. mehrjährige Rehböcke
2. Intervall: 1.08. bis 31.01. alle genannten Schalenwildarten ohne Altersbegrenzung

Begründung ..

Ganzes Dokument (PDF) lesen

Mittwoch, 1. Februar 2012

Neues Schmallenberg-Virus - Gefahr für Rehwild?

Für alle Wildttierinteressierten: Seit einigen Monaten bereitet ein neues Virus Tiermedizinern in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien große Sorgen: das Schmallenberg-Virus.

Der Videopodcast der Tierärztlichen Hochschule Hannover informiert mit Bildern zwar vorerst nur über Auswirkungen des Schmallenberg-Virus auf Schafe. Ziegen, Rinder und wahrscheinlich auch Rehe sind aber auch betroffen - "das wird sich in den nächsten Monaten zeigen, wenn die Geburten anstehen".

Sonntag, 30. Oktober 2011

Drückjagdseminar des ÖJV Rheinland-Pfalz


Zwei Tage volles Programm Drückjagd im Forstamt Soonwald. Zum fünften Mal lud der ÖJV ein, und zum fünften Mal war das Seminar ausgebucht. Zehn Teilnehmer waren am 28. und 29. Oktober engagiert dabei. Darunter der erfahrene Praktiker ebenso, wie der passionierte Jungjäger, der Forstbeamte wie der Jagdpächter.

Entsprechend waren die Erwartungen: „Wir wollen sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind mit dem, was wir all die Jahre schon machen.“ oder: „Ich bin gekommen, um zu lernen, worauf es wirklich ankommt. Die Jagden und damit die Verantwortung werden immer größer.“ oder auch: „Ich will mich schlau machen, um meine Leute zu Hause beraten zu können.“

Vorneweg, sie alle konnten mitnehmen, was sie brauchten. Seminarleiter und stellvertretender Vorsitzender des ÖJV-Rheinland-Pfalz, Klaus Kaiser, hatte ein anspruchsvolles Programm zusammen gestellt. Hinzu hatte er erfahrene Fachleute geholt, die Spezialthemen wie Sicherheit, Hundeeinsatz und Umgang mit der Öffentlichkeit referierten.

Der erste Tag gliederte sich in Theorie am Vormittag und Praxis nachmittags

Planung und Organisation von Drückjagden, so hieß die Überschrift am Vormittag. Nachmittags gings ins nahegelegene Schießkino. Dort gab es erst mal ein zünftiges Mittagessen. Und danach staunte der ein oder andere nicht schlecht, wie sich sein Trefferbild nach der zweiten, dritten Schießrunde „im Leben“ zentrierte. Und auch wann man den Finger besser gerade lässt, lässt sich im Schießkino hervorragend erfahren.

Am Spätnachmittag gings dann noch mal raus ins Revier. Standplatzwahl und Bauausführungen von Drückjagdständen standen auf dem Plan. Schussfeld, Schussschneißen und Sicherheit - worauf kommt es an, dass die Schützen Beute machen können, ohne Mitjäger, Treiber und Hunde zu gefährden – wurde intensiv besprochen. Ein kleiner Versuchsaufbau, Schuss vom Drückjagdstand auf den laufenden (Scheiben-) Bock, machte schließlich klar, dass Wild eine Schneise langsam wechseln muss, wenn man einen sicheren Schuss anbringen will.

Abgerundet wurde der Tag mit Gesprächen und Diskussionen bei gutem Essen und dem ein oder anderen Bierchen in einem gemütlichen Hunsrück-Gasthaus.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Praxis. 

Das Forstamt Soonwald hatte zu zwei Drückjagden geladen, auf denen die Seminarteilnehmer als Schützen eingeteilt wurden. So konnte jeder direkt beobachten, wie das, was am Vortag gelehrt und diskutiert wurde, in der Praxis einer großen Drückjagd funktioniert. Am Ende des Tages gab es noch eine Abschlussdiskussion, bevor alle mit neuem, wichtigen Wissen über Planung und Organisation von Drückjagden nach Hause fuhren.  

Montag, 5. September 2011

Rotwildprojekte – Ziele, Erfahrungen, Konsequenzen!

Bildungszentrum Emmelshausen

am 30.09.2011 um 14.00 Uhr


Erfahrungen aus 10 Jahren Lebensraummodellprojekt im Rotwildring Osburg-Saar

Helmut Lieser, Forstamt Saarburg

Neue Wege in der Rotwildbewirtschaftung im Hochwald (Hunsrück)

Ralf Neuheisel, Zentralstelle der Forstverwaltung Rheinland-Pfalz

Ulf Hettich, Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz

Jagdzeitenkonzept zur zielorientierten Bejagung von Schalenwild in der Hatzfeldt-Wildenburg’schen Verwaltung/Brandenburg

Tom Müller, Institut für Waldbau & Forstschutz TU Dresden/ Tharandt


Podium:

F. Ridderbusch, Oberste Jagdbehörde RLP

G. Bauer, Gemeinde- u. Städtebund RLP

G. Fischer, Waldbesitzerverband RLP

Dr. F. Straubinger, Großprivatwald


Anfahrt:

Navigationsziel:

Bildungszentrum Emmelshausen, Rhein-Mosel-Straße 9, 56281 Emmelshausen

Koordinaten: 50° 9'20.43"N, 7°33'47.98"E

Bitte bis zum 19.09.2011 anmelden bei: t.boschen@oejv.de


Das Leitbild für den ÖkoJäger

In Deutschland greifen neue Konzepte in der Landnutzung. Die Gesellschaft wünscht mehr und mehr ökologischen Landbau und naturnahe Waldwirtschaft.

Die Jagd muss sich daran orientieren. Nicht nur, um ökologische Landnutzung und naturnahe Waldwirtschaft zu fördern, sondern auch um in einer Gesellschaft fest verankert zu bleiben, die ihr Mensch-Tier-Natur-Verhältnis neu bestimmt. Deshalb braucht es folgende Grundsätze für eine ökologisch ausgerichtete Jagd:

  • Die nachhaltige Nutzung von nicht bedrohten Wildtierarten ist legitim. Andere Eingriffe in Wildtierbestände sind nur in begründeten Ausnahmefällen wissenschaftlich kontrolliert möglich. Gleichzeitig sind alle einheimischen Wildtierarten in geeigneten Lebensräumen zu erhalten bzw. ihre Wiederansiedlung zu fördern. Eine ökologische Jagd unterstützt eine umweltschonende Landwirtschaft und den naturnahen Waldbau sowie Ziele des Natur- und Artenschutzes.


  • Eine ökologische Jagd beeinflusst Lebensräume nicht negativ. Die Jagd in Schutzgebieten richtet sich am jeweiligen Schutzzweck aus. Die Jagdausübung orientiert sich an wildbiologischen und ökologischen Erkenntnissen. Dazu erfolgt sie möglichst störungsarm, effektiv, wildtiergerecht und tierschutzkonform.

Mittwoch, 31. August 2011

Auf Ansitz

Hase oder Häsin? Auf jeden Fall ein schöner Brocken. Und ein schöner Braten – ich muss schmunzeln. Dass man als Jäger immer gleich in solchen Kategorien denkt – schöner Braten.

Immerhin, es geht gut los. Ich leuchte mit dem Glas die Wiese ab. Und natürlich auch in die Bestandsränder rein, weil da ja das Rotwild gerne ein Weilchen verhofft, bevor es raus tritt. Aber nix iss', im Moment. Ich bin ja auch früh da – rechtzeitig, wie ich hoffe.

Oh, wo ist jetzt der Hase? Eben war er doch noch da und jetzt finde ich ihn nicht mehr mit dem Glas. Und auch nicht ohne Glas, mit vollem Gesichtsfeld. Hm, schade.

Wenn ich mich weit drehe, dann knarzt der Sitz ein bisschen. Ob man das unten hört, auf der Wiese? Und wenn ja, ob sie es als natürliches Geräusch interpretieren werden? Besser, ich bewege mich vorsichtig. Man muss es nicht drauf anlegen. Es muss ja nicht knarzen.

Ahh, da ist er wieder. Der Hase. Jetzt knabbert er da in einem kleinen Grabenabschnitt links am Wiesenrand was Feines, wohl Ginster. Aus dieser Ecke könnte auch das Rotwild einwechseln. Könnte. Könnte aber auch von der anderen Seite kommen. Der Wind passt so oder so. Na ja, wir werden sehen.

Wenn es ein Hase ist, dann heißt er Rammler in Jägersprech, oder? Doch doch, so heißt er. Und die Häsin, die heißt Rammlerin? So wie bei Senner und Sennerin? Ich glaube eher nicht. Aber wie dann? So sehr ich mich auch anstrenge, es will mir nicht einfallen. Rammlerin, jedenfalls, habe ich zu den Akten gelegt. Ich werd's nachschauen, nachher zu Hause, im Blase.

Die Zeit vergeht. Oha, jetzt machen zwei Eichelhäher mächtig Lärm. Ich bin schon in Habachtstellung; und gleich das Gewehr etwas fester gepackt. Aber es kommt nix aus der Richtung. Fehlalarm. Vielleicht haben die beiden sich auch nur gegenseitig gemeldet. Möglich ist es, oder?

Hase oder HäsinDie Rammlerin will mir nicht aus dem Kopf. Beim Hasen kann man die Geschlechter nicht so einfach unterscheiden. Jedenfalls dann nicht, wenn man ihn nicht in der Hand hat und auf den Rücken drehen kann. Ob das hier vorne ein Hase oder eine Häsin ist, ist beim besten Willen nicht zu entscheiden. Beim Rotwild ist das schon einfacher.

Heute Abend warte ich auf Kahlwild. Es zieht ein Rudel hier in der Gegend. Und sie sollten sich nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Langsam wird’s duster. Büchsenlicht vielleicht noch eine halbe Stunde. Mehr jedenfalls nicht. Und da, plötzlich – Bewegung. Ganz links hinten – aus den Augenwinkeln gerade so mit gekriegt.

Langsam das Glas hoch (vorsichtig, wegen dem Knarzen). Ich seh nix. Mist, ich seh nix. Keine Bewegung, keine bekannte Silhouette, kein Hirschrot im dunklen waldgrün-braun.

Ah jetzt. Ein neuer Hase auf der Bildfläche. Nein, ein neuer halber Hase, um genau zu sein. Ein Kleiner. Und mit ein paar flotten Sprüngen ist er beim Großen. Und jetzt machen die beiden ein kleines Tänzchen. Wer fängt wen?

Der Kleine ist ein bisschen flinker unterwegs und kreist zwei drei mal um den Großen. Der macht ein bisschen mit. Aber nicht mit vollem Einsatz. Genau so wie es Erwachsene tun, wenn Sie einem Kind was vor machen: Pass auf, ich krieg dich!

Und was passiert jetzt? Der Kleine kriecht zwischen den Vorderbeinen des Großen förmlich in diesen hinein. Und dann, tief unten angekommen, dreht er sich auf den Rücken. Sein weißes Bauchfell leuchtet in der Dämmerung. Er säugt. Die Häsin leckt ihm dabei das Bäuchlein. Ich habe sie ganz scharf im Glas, die beiden.

Wie lange geht das? Sind's zwei, sind's drei Minuten? Die Häsin rutscht weg. Sie will nicht mehr, auch wenn der kleine Hase drängt. Milch scheint auch nicht mehr seine einzige Nahrung zu sein. Eher ein Zubrot, würde ich sagen. Jetzt mümmeln sie nämlich beide, einträchtig nebeneinander, irgendwas Grünes auf der Wiese.

Und jetzt ist es eigentlich rum für mich. Gerade vergeht das letzte Büchsenlicht. Ich leuchte noch ein mal den Bestandsrand ab – und ja, nix geht mehr. Der Wald steht da wie eine schwarze Wand. Feierabend, ich baum' hier ab.

Schnell noch mal nach den Hasen gucken. Sie trennen sich. Hier vorne, noch gut als Umriss zu erkennen, die Häsin. Und da, schon 20 - 30 Schritte weg, der Kleine. Noch ein paar Hoppler und ich kann ihn auch im Glas nicht mehr sehen.

Ich packe meine Siebensachen und mache mich auf den Weg zum Auto. Mir geht’s gut. War ein schöner Ansitz.